09.03.2010
Irland: Bevölkerung mehrheitlich für liberaleres Abtreibungsgesetz
Die internationale Organisation Human Rights Watch (HRW) forderte gestern am Internationalen Frauentag die irische Regierung auf, endlich die restriktive Abtreibungsgesetzgebung zu liberalisieren, hieß es in einer Presseerklärung, denn dies sei auch der Wunsch der irischen Bevölkerung.
HRW stützt sich auf eine repräsentative Onlineumfrage von YouGov vom Dezember 2009 unter 1002 irischen Erwachsenen ab 18 Jahren, deren Ergebnisse am 8. März veröffentlicht wurden. Konkret ergab die Onlineumfrage , dass
“Die irische Regierung hat sich zu lange gegen eine Änderung der Abtreibungsgesetzgebung gesperrt", sagte Marianne Mollmann von Human Rights Watch, "und sich dabei hinter dem Argument verschanzt, dass die irische Bevölkerung zufrieden ist mit der Situation." Dies sei offensichtlich nicht wahr.
Ein Schwangerschaftsabbruch war in Irland bis 1992 sogar unter allen Umständen illegal. Erst eine Volksabstimmung führte dazu, dass eine legale Abtreibung möglich wurde, wenn das Leben einer Frau aufgrund ihrer Schwangerschaft in Gefahr ist. Damals wurde auch festgelegt, dass eine Frau ins Ausland reisen darf, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen und auch, dass sie sich über solch eine Möglichkeit und Dienstleistung informieren können muss.
Im Januar 2010 hatte Human Rights Watch den Bericht "A State of Isolation: Access to Abortion for Women in Ireland" (Ein Staat der Isolation: Zugang zu Schwangerschaftsabbruch in Irland) veröffentlicht, der detailliert die Folgen der strengen Abtreibungsgesetzgebung in Irland hinsichtlich der Wahrung bzw. Verletzung der Menschenrechte aufzählte. "Unsere wichtigste Erkenntnis ist, dass unter der jetzigen Gesetzgebung keine Frau in Irland - selbst wenn sie per Gesetz berechtigt ist abzutreiben - einen Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch hat", heißt es im Bericht.
Der Grund hierfür sind unzureichende Regularien zum medizinischen Eingriff für eine Abtreibung und dies verunsichert viele Mediziner. Sie befürchten harte Strafen, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch anbieten. Der Bericht dokumentierte zudem, dass ungerechtfertigter Weise der Zugang zu Informationen über die Möglichkeit im Ausland einen Abbruch durchführen zu lassen nur sehr restriktiv zugänglich sind.
“Die Regierung hat den Willen der Bevölkerung über die letzte 18 Jahre hinweg ignoriert", betonte Mollmann in der HRW-Presseerklärung. Es sei an der Zeit, sich zu bewegen. Die Menschen würden eindeutig befürworten, dass ihre Freunde, ihre Nachbarn und ihre Angehörigen Zugang zu denjenigen Gesundheitsdienstleistungen haben, die sie brauchen.
Quelle: HRW / 08.03.2010
HRW stützt sich auf eine repräsentative Onlineumfrage von YouGov vom Dezember 2009 unter 1002 irischen Erwachsenen ab 18 Jahren, deren Ergebnisse am 8. März veröffentlicht wurden. Konkret ergab die Onlineumfrage , dass
- 87 Prozent einem legalen Schwangerschaftsabbruch zustimmen, wenn das Leben der Frau ernsthaft in Gefahr ist;
- 79 Prozent einem legalen Schwangerschaftsabbruch zustimmen, wenn die Gesundheit der Frau durch die Schwangerschaft Schaden davontragen kann;
- 78 Prozent einem legalen Schwangerschaftsabbruch zustimmen, wenn eine Vergewaltigung, sexueller Missbrauch und/oder Inzest vorliegt;
- 62 Prozent einem legalen Schwangerschaftsabbruch zustimmen, wenn nachweislich der Fötus schwerwiegende Missbildungen aufweist;
- 41 Prozent einem einem legalen Schwangerschaftsabbruch zustimmen, wenn eine Frau überzeugt ist, dass es zu ihrem und/oder zum Besten ihrer Familie ist;
- 3 Prozent sind der Überzeugung, dass ein Schwangerschaftsabbruch unter keinen Umständen akzeptabel ist.
“Die irische Regierung hat sich zu lange gegen eine Änderung der Abtreibungsgesetzgebung gesperrt", sagte Marianne Mollmann von Human Rights Watch, "und sich dabei hinter dem Argument verschanzt, dass die irische Bevölkerung zufrieden ist mit der Situation." Dies sei offensichtlich nicht wahr.
Ein Schwangerschaftsabbruch war in Irland bis 1992 sogar unter allen Umständen illegal. Erst eine Volksabstimmung führte dazu, dass eine legale Abtreibung möglich wurde, wenn das Leben einer Frau aufgrund ihrer Schwangerschaft in Gefahr ist. Damals wurde auch festgelegt, dass eine Frau ins Ausland reisen darf, um eine Abtreibung vornehmen zu lassen und auch, dass sie sich über solch eine Möglichkeit und Dienstleistung informieren können muss.
Im Januar 2010 hatte Human Rights Watch den Bericht "A State of Isolation: Access to Abortion for Women in Ireland" (Ein Staat der Isolation: Zugang zu Schwangerschaftsabbruch in Irland) veröffentlicht, der detailliert die Folgen der strengen Abtreibungsgesetzgebung in Irland hinsichtlich der Wahrung bzw. Verletzung der Menschenrechte aufzählte. "Unsere wichtigste Erkenntnis ist, dass unter der jetzigen Gesetzgebung keine Frau in Irland - selbst wenn sie per Gesetz berechtigt ist abzutreiben - einen Zugang zu einem Schwangerschaftsabbruch hat", heißt es im Bericht.
Der Grund hierfür sind unzureichende Regularien zum medizinischen Eingriff für eine Abtreibung und dies verunsichert viele Mediziner. Sie befürchten harte Strafen, wenn sie einen Schwangerschaftsabbruch anbieten. Der Bericht dokumentierte zudem, dass ungerechtfertigter Weise der Zugang zu Informationen über die Möglichkeit im Ausland einen Abbruch durchführen zu lassen nur sehr restriktiv zugänglich sind.
“Die Regierung hat den Willen der Bevölkerung über die letzte 18 Jahre hinweg ignoriert", betonte Mollmann in der HRW-Presseerklärung. Es sei an der Zeit, sich zu bewegen. Die Menschen würden eindeutig befürworten, dass ihre Freunde, ihre Nachbarn und ihre Angehörigen Zugang zu denjenigen Gesundheitsdienstleistungen haben, die sie brauchen.
Quelle: HRW / 08.03.2010